Photovoltaik trotz Statikproblemen: So wurde ein Gewerbedach mit 90 kWp zum Kraftwerk

Viele Unternehmen verfügen über große Dachflächen und zahlen gleichzeitig hohe Stromkosten. Die Idee einer Photovoltaikanlage liegt daher nahe. Doch gerade bei älteren Gewerbehallen scheitert das Vorhaben häufig an einem entscheidenden Punkt: der Statik.

Denn klassische PV-Anlagen auf Flachdächern benötigen meist eine Ballastierung, um Windlasten sicher aufzunehmen. Das zusätzliche Gewicht bringt viele Dächer an ihre Belastungsgrenze. Dass dies nicht zwangsläufig das Ende der Solarpläne bedeuten muss, zeigt ein aktuelles Projekt mit rund 90 kWp Leistung auf zwei Gewerbedächern.

Wenn die Statik zur Herausforderung wird

Bei zahlreichen Industrie- und Gewerbegebäuden wurden die Dächer ursprünglich nicht für zusätzliche Lasten ausgelegt. Insbesondere Flachdächer stellen Planer häufig vor die Frage, wie eine Solaranlage sicher installiert werden kann, ohne die vorhandene Dachkonstruktion zu überlasten.

Die klassische Lösung besteht darin, die Unterkonstruktion mit Betongewichten zu ballastieren. Doch genau diese Zusatzlast macht viele Projekte wirtschaftlich oder technisch unmöglich.

Dabei bleiben oftmals große Potenziale ungenutzt. Schließlich bieten Hallendächer ideale Voraussetzungen für die Eigenstromerzeugung und können einen erheblichen Teil des Strombedarfs eines Unternehmens decken.

Das Projekt: 90 kWp auf zwei Dachflächen

Bei dem vorgestellten Referenzprojekt wurden insgesamt knapp 90 kWp Photovoltaikleistung auf zwei separaten Dachflächen installiert.

Trotz der baulichen Herausforderungen produziert die Anlage heute mehr als 70.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Damit wird ein erheblicher Teil des Energiebedarfs direkt vor Ort gedeckt und gleichzeitig die Abhängigkeit von steigenden Strompreisen reduziert.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass die Dachneigung lediglich etwa fünf Grad beträgt. Dennoch erreicht die Anlage eine beeindruckende Jahresproduktion und verwandelt die bisher ungenutzte Dachfläche in ein wirtschaftlich arbeitendes Energiekraftwerk.

Die Lösung: Ultraleichte Klebemodule statt schwerer Ballastierung

Entscheidend für die Umsetzung waren spezielle Klebemodule der neuesten Generation.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Glas-Glas-Modulen verfügen diese Systeme über ein deutlich geringeres Eigengewicht. Die eingesetzten Module erreichen inklusive Befestigung ein Flächengewicht von weniger als fünf Kilogramm pro Quadratmeter.

Dieser Unterschied ist in der Praxis enorm. Während klassische PV-Systeme inklusive Unterkonstruktion und Ballast häufig Lasten von 15 bis 30 Kilogramm pro Quadratmeter verursachen können, bleiben ultraleichte Klebesysteme weit darunter.

Für viele Gewerbedächer eröffnet dies erstmals die Möglichkeit, Photovoltaik wirtschaftlich und statisch sicher zu realisieren.

Warum sich leichte PV-Systeme für Unternehmen lohnen

Die Vorteile gehen weit über die reine Statik hinaus.

Höhere Umsetzbarkeit

Viele bislang ausgeschlossene Dächer werden plötzlich nutzbar. Dadurch steigt das Potenzial zur Eigenstromerzeugung erheblich.

Schnelle Installation

Da keine aufwendige Ballastierung erforderlich ist, kann die Montage häufig schneller und effizienter erfolgen.

Geringere Belastung der Dachkonstruktion

Die bestehende Gebäudesubstanz wird geschont und langfristige Risiken werden minimiert.

Attraktive Wirtschaftlichkeit

Durch den hohen Eigenverbrauch des erzeugten Stroms reduzieren Unternehmen ihre Energiekosten dauerhaft und verbessern ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Photovoltaik auf Gewerbedächern wird zunehmend wichtiger

Angesichts steigender Energiepreise, wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen und verschärfter ESG-Kriterien gewinnt die Nutzung eigener Dachflächen immer mehr an Bedeutung.

Unternehmen, die ihre Dachflächen bisher aufgrund statischer Unsicherheiten abgeschrieben haben, sollten ihre Möglichkeiten neu bewerten lassen. Moderne Leichtbau-PV-Systeme eröffnen Lösungen, die vor wenigen Jahren noch nicht verfügbar waren.

Gerade große Hallen, Logistikzentren und Produktionsgebäude verfügen häufig über erhebliche ungenutzte Potenziale für die Eigenstromversorgung.

Fazit: Statikprobleme müssen kein Ausschlusskriterium sein

Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, dass auch Gewerbedächer mit eingeschränkter Tragfähigkeit für Photovoltaik geeignet sein können.

Mit modernen Klebemodulen und intelligenten Planungskonzepten lassen sich selbst anspruchsvolle Dachflächen wirtschaftlich nutzen. Das Ergebnis sind geringere Energiekosten, mehr Unabhängigkeit vom Strommarkt und ein aktiver Beitrag zur Energiewende.

Wer über eine größere Gewerbeimmobilie verfügt und bislang wegen der Statik gezögert hat, sollte die Möglichkeiten einer professionellen Prüfung nutzen. Oft ist deutlich mehr machbar, als auf den ersten Blick vermutet wird.

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Presse-kontakt: Klaus-Martin Meyer

Klaus-Martin Meyer, Onlinemarketing Magier, Bad Iburg

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